Donnerstag, 14. August 2008

STRAIGHT BALLIN

So, kurze Pack-Auszeit: Trolley ist voll, Handgepäck muss noch gefüllt werden. Kommt mir irgendwie alles so wenig vor was ich mitnehme...

Dafür ist der Stress alles andere als wenig, aber es hält sich auch in Grenzen. Noch ein paar Sachen heute morgen gekauft, Banktermin, noch ein paar Daten auf den Laptop, Reiseführer (:D). Und eben das übrige Geld aus dem letzten Floridaurlaub eingepackt:



Naja, soviel ists auch nicht. Komme mir eher vor wie der Kollege hier:



Naja, denke mal der Abend wird noch etwas stressig bis ich alles beisammen hab, daher reicht das Gebloggte für heute. Den nächsten Eintrag schreibe ich wohl morgen von meinem Hotelzimmer aus, zwei Blocks nördlich vom Weißen Haus!

Sonntag, 10. August 2008

Was für die Augen...

Nachdem der EUR-USD-Kurs zur Zeit so aussieht wie der Gewinngraph von Phil Hellmuth (für alle Nicht-Pokerspieler: stark absteigend) kommt eine Aufheiterung in Form meiner neuen DigiCam gerade recht. Nach langer Suche hab ich mich für die Pentax Optio A40 (12MP, 3xZoom, Manueller Fokus) entschieden. Bis auf etwas Rauschen bei dunkleren Bildern auch eine ganz gute Wahl. Und für die typischen Touristenfotos aus DC (ala Weißes Haus, Capitol, etc...) wirds reichen. Hier mal zwei Testschnappschüsse von gestern:


Für eine Komptakte ganz nett, aber da bei uns daheim auch eine DSLR (Olympus E-420) herumliegt sind die Ansprüche halt gewachsen. Besonders bei nicht ganz optimalen Lichtverhältnissen sind die Unterschiede enorm:



Hier nochmal eine Serie meiner 74er Gibson Les Paul:



Freitag, 8. August 2008

Little Differences Part I


Vincent
: "It's the little differences. I mean, they got the same shit over there that they got here, but it's just – it's just there it's a little different."


Was Vincent Vega schon in Tarantinos Meisterwerk Pulp Fiction anspricht erlebe ich auch gerade. Damit meine ich natürlich nicht die Frage warum ein "Quarterpounder with Cheese" in Europa "Royale with Cheese" heißt. Vielmehr merkt man bei der Suche nach einem Praktikum kleine aber feine Unterschiede: So kann man in Deutschland fast Doktorarbeiten über das richtige Bewerbungsfoto schreiben, da oftmals bei unpassender Ablichtung schon ausgesiebt wird. In den USA genau gegenteilig: Hier sind Bewerbungsfotos generell verpönt, da durch das Mitsenden eines Fotos dem Arbeitgeber unterstellt wird, er würde nach Geschlecht/Ethnie bei seiner Auswahl gehen.

Momentan wühle ich mich gerade durch die Datenbanken der AU um ein passendes Praktikum zu finden, das elementarer Bestandteil des Semester Programs ist. In der Praxis heißt das: Resume, Cover Letter und Writing Samples en masse schreiben und per Mail an alle interessanten Adressen schicken. Leider bleiben die Regierungsbehörden US-Staatsbürgern vorbehalten, dafür gibt es im Bereich Business/Trade massenhaft gute Kontakte. Bevor ichs vergesse - meine Bewerbung bei McCain muss noch raus! Am Dienstag in einer Woche hab ich dann auch schon mein erstes Bewerbungsgespräch. :)

Bleibt nur zu sagen: Heute in einer Woche gehts los, morgen sollte auch meine neue DigiCam ankommen. Und wer sich immernoch fragt, warum der "Quarterpounder with Cheese" in Europa "Royale with Cheese" heißt, hier die Auflösung:

Sonntag, 3. August 2008

Living in DC

2 Wochen vor Abreise steht nun endlich auch fest, wo ich während meines Semesters wohnen werde. Da ich einen Tag früher ankomme, hab ich mich für die eine Nacht ins "Club Quarters" einquartiert, gerade mal 2 Blocks nördlich vom Weißen Haus. Ideale Lage für 80$/Nacht bei 3 1/2 Sternen - was will man mehr? Übrigens: In der Spalte auf der linken Seite des Blogs habe ich eine Google-Map verpflanzt, die die Lage aller für mich wichtigen Gebäude angibt.


Danach gehts zu meiner eigentlichen "neuen Heimat" in den Nordwesten der Stadt. Dort, nahe der Tenleytown Metro Station steht die Capital Hall der AU, in der ich residieren werde. Meine Mitbewohner stehen auch schon fest, ein Deutscher und ein US-Amerikaner aus Arizona. Momentan wühle ich mich durch die Praktikumsdatenbank der Uni mit all den interessanten Kontakten zu Politik, PR & Wirtschaft in Washington, um mir meine Arbeitsstelle als "Fall-Intern" zu sichern. Ansonsten macht mir lediglich der Streik bei der Lufthansa etwas Sorge, der durch meine Rechnung noch einen dicken, saftig roten Strich machen könnte.

Montag, 28. Juli 2008

Leaving Eichstätt in Style

Meine Wohnung ist geräumt, der Postnachsendeauftrag ausgefüllt und die letzten Papiere für die Magisterprüfungsanmeldung sind abgegeben - Das wars also mit Eichstätt für das nächste halbe Jahr. Dafür ist der Flug nach DC gebucht und ein Hotel für die ersten paar Nächte ausgewählt. Da ich jedoch nicht der einzige bin, der Eichstätt verlässt, reiht sich Abschlussfeier an Abschlussfeier. So haben auch wir von der Fachschaft ein BBQ für alle Politikwissenschaftler organisiert, um das vergangene Semester zu begießen/begrillen. Ums kurz zu machen: Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und 12 Stunden am Stück durchgegrillt. :)



Ohne jetzt wehmütig zu werden (wär auch deplatziert wenn man nach DC geht) werden mir einige Eichstätter Eigenheiten wohl fehlen:

  • Baulärm pünktlich morgens (JEDEN morgen) um halb 8 vorm Fenster
  • Plötzliche Blasmusikattacken in der Innenstadt - Inzwischen verschanzen die sich schon auf dem Rathausturm (wie im 2. Weltkrieg die Scharfschützen) um hinterhältig angreifen zu können
  • Horden von Kaffeefahrttouristen die hunnenartig die Stadt im Sommer raubend und brandschatzend (naja, nicht ganz) überfallen
  • Die Pizza von Ottavio
  • Käffchen mit Kommilitonen am Automaten der Bib
  • Unverständliche Alkoholiker die einem in tiefstem bayrischen Dialekt auf dem Hofgartenfest irgendwas erzählen
  • Die bayrische Bürokratie, die einen im Bürgerbüro immer erst 5 Minuten sinnlos rumstehen lässt bevor man überhaupt erst eines Blickes gewürdigt wird
  • Eine Uni in der irgendwie jeder jeden kennt und sich Gerüchte verbreiten wie in schmierigen amerikanischen Highschool-Serien

Samstag, 19. Juli 2008

Ein spannendes Jahr Hochschulpolitik

Da ich so langsam meine Koffer packe, die Wohnung kündige und die letzten organisatorischen Dinge kläre, endet auch meine Legislaturperiode in den hochschulpolitischen Gremien der KU. Und – im Nachhinein betrachtet – hätte man sich keine ereignisreichere Amtszeit als Studierendenvertreter wünschen können.

So ist Eichstätt trotz akademischer Exzellenz eher selten in den Medien – bis Bischof Hanke den von der Hochschule gewählten neuen Präsidenten Prof. Dr. Hemel nicht akzeptierte und in seiner Eigenschaft als Träger der Universität die Zustimmung verweigerte. Wochenlang geisterten wilde Gerüchte durch die Medien: Basierte die Ablehnung auf Hemels dritter Ehe, war seine liberale Ausrichtung den bayrischen Bischöfen ein Dorn im Auge oder beriefen sie sich auf das SZ-Interview, in dem er Papst Benedikt als „fast schon radikal“ bezeichnete? Eben jene SZ lieferte dann auch das journalistische Highlight dieses Sommers, indem sie – in hochgradig konfusen Argumentationslinien - die Freiheit der Wissenschaft an unserer Uni anzweifelte. Nun, nach drei Monaten weiterer Umstrukturierungen und personellen Veränderungen steht die Uni an einem Neuanfang, an dessen Ende transparentere Strukturen im Dienste akademischer Exzellenz stehen sollen.

Bevor ich euch alle langweile möchte ich mein kleines Resümee aus dem Jahr intensiver Hochschulpolitik ziehen:

  • Hochschulpolitik wirkt: Nur selten hat man durch Gremien ein solches Mitspracherecht, besonders bei der Geldervergabe, wie an der Universität.
  • Hochschulpolitik verbindet: Nach wochenlangem, harten Wahlkampf entstand ein politisch sehr heterogener Konvent und Vorstand, der sich jedoch durch parteiübergreifende, produktive Zusammenarbeit im Dienste der Studierenden auszeichnete.
  • Hochschulpolitik bildet: Besonders für Politikwissenschaftler ist die Organisation eines Gremiums interessant: Die vielfältigen Aspekte aus den Bereichen PR, Recht, Politik und Finanzen schulen für zukünftige Aufgaben.
  • Die deutsche Medienlandschaft ist ein „dirty business“: Fakten werden verdreht, Aussagen selektiert, Tatsachen vermischt – bis ein möglichst plakativ populistischer Artikel am nächsten Morgen dabei herauskommt. Besonders die SZ und 1-2 Radiostationen wollte von studentischer Seite möglichst radikale Kommentare haben, um einen Kleinkrieg gegen die Kirche führen zu können. Redakteure des Spiegel fragen lieber im StudiVZ nach Meinungen, als bei den offiziellen Stellen.
  • Trotzdem haben sich viele Medienanstalten auch äußerst positiv und sachlich verhalten: Dazu zählen Welt, DPA und die Nürnberger Zeitung. Dass dort oftmals Studenten der KU die Artikel verfasst haben, lässt auch Rückschlüsse auf die hohe Qualität des hiesigen Studiengangs zu.
Zum Weiterlesen: Homepage des Konvents, "Unfreie Wissenschaft" (SZ), Offener Brief des Konvents, Gute Zusammenfassung in der WELT

Samstag, 5. Juli 2008

Auf und Davon, Mein Auslandstagebuch, etc...+EV?

Poker ist schon ein interessanter Trend. Seit dem großen Boomjahr 2003 scheint ganz Deutschland zu "zocken" - egal ob in der Schule, an der Uni oder im Internet. Noch interessanter ist dabei, dass irgendwie jeder von sich selbst denkt, er wäre der beste. Wobei, wie der Profi Dutch Boyd einmal sagte, die meisten gar nicht wissen, was sie da eigentlich tun. Doch neben den monetären Reizen beeinflusst Poker das Denken auch auf eine ganz andere Weise: So sind Entscheidungen im Spiel nur in den seltensten Fällen Bauchgefühl (aka "Der blufft doch...100pro!") sondern meist simple Mathematik. Spieltheorie und Stochastik machen Verlierer zu Gewinnern, keine tollkühnen Spielzüge wie in manchen Filmen suggeriert. Die Kenntnis von Odds (Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses) und Outs (die Anzahl möglicher positiver Ereignisse) ist mehr Wert als ein (oftmals falsches) Gefühl.

So lassen sich so ziemlich alle Entscheidungen im Spiel mit einfacher Investitionsrechnung aus der Ökonomie vergleichen: Ein monetärer Einsatz macht nur dann Sinn, wenn ich mit selbigem auf lange Sicht Gewinn mache. Mit der Kenntnis der möglichen eintretenden Ereignisse und ihrer Wahrscheinlichkeit (siehe Odds/Outs) lassen sich Informationsvorteile gegenüber Anfängern ausnutzen und man kann anhand einfacher Mathematik errechnen, ob eine Aktion einen positiven (+EV, expected value) oder negativen (-EV) Erwartungswert hat. Wenn man es aus philosophischer Seite betrachten will deckt sich dies oftmals mit den utilitaristischen Theorien von John St. Mill oder Jeremy Bentham.

Das seltsame dabei ist jedoch, dass man automatisch damit beginnt, auch Entscheidungen im "normalen" Leben mit solchen EV-Überlegungen zu treffen. So habe ich zum Beispiel auch (um mal die Kurve zum Thema dieses Blogs zu kriegen) folgende Entscheidung abgewägt:

Ihr kennt doch sicher alle diese Auswanderersendungen auf VOX oder Kabel1: Auf und Davon, Mein Auslandstagebuch oder die Rückwanderer (wo Leute plötzlich überrascht feststellen dass man in Bogota gar kein Deutsch spricht oder solch geistreiche Dialoge kommen wie: "Mhmhm Hilde, dat war der Rest von unserm Startkapital dassde grad für nen Trockner ausjejeben has"). Jedenfalls wollte ich mich da auch bewerben, einfach, um einen Teil der Kosten des Semesters wieder reinzubekommen. Am Ende habe ich mich jedoch dagegen entschieden wegen eines errechneten negativen Erwartungswertes, was ich mit folgender beispielhafter EV-Formel erläutern möchte:

Zum Weiterlesen: Grundlegende Pokermathematik, The Mathematics of Poker